Husarensäbel um 1790
Dieser Säbel besticht durch seine extravagante Klingenqualität. Die sehr scharf ausgeschliffene Klinge zeigt eine sehr feine Oberflächenzeichnung 1) die bei polierten Schwertklingen aus der Wikingerzeit als „Wurmbunt“ bezeichnet wurde.
Die Klinge ist leicht gekrümmt, zur Mitte hin schmaler werdend und zum Ort hin wieder verbreitert. Eine breite Kehlung findet sich über zwei Drittel der Klingenlänge.
Messingschutzbügel rechtwinklig von der Parierstange ausgehend mit Mitteleisen und einem, in einer ovalen Knaufkappe auslaufenden, Griffrücken. Kugelförmige Verzierung am Ende der Parierstange.
Belederter Holzgriff mit verdrillter Messingdrahtwicklung. Hinweis: Die Belederung an der Griffbasis weist Oberflächenschäden durch Hitzeeinwirkung auf.
Zugehörige Scheide (Deakin Patent) aus mit Leder 2) überzogenem Eisenblech. Mundstück und Ortband langgezogen und aus Messing mit kannelierten Verzierungen. Mittleres Ringband ebenfalls aus verziertem Messing.
Siehe auch (z.B.)
https://auctionet.com/de/3124278-sabel-m-1793-fur-herren
https://www.andreas-thies.de/auktionen/65-750624
https://www.sabresempire.com/2060/03/sabre-de-sous-officier-de-hussard.html
Technische Daten (ca.)
Gesamtlänge mit Scheide 92,5 cm
Gesamtlänge Säbel 90,5 cm (gemessen äußerste Enden)
Sehnenlänge 76,5 cm (Basis bis Ort)
Ricasso 1,0 cm
Pfeilhöhe 5,0 cm
Klingenbreite 39,0 / 35,0 / 37,0 mm (Basis, Mitte, 5 cm vor Spitze)
Klingendicke 10,0 /1,5 mm (Rückenstärke Basis, 5 cm vor Spitze)
Schwerpunkt 15,5 cm (ab Klingenbasis)
Grifflänge 13,5 cm (incl. Parier, Griffkappe und Vernietung)
Griffdicke 3,5 cm
Max. Bügelbreite 13,8 cm (Außenseite Bügel bis Außenseite Griffhülse)
Gewicht ca. 810 g
Scheidenlänge 79,0 cm (Sehnenlänge, gemessen äußerste Enden)
Scheidenbreite 48 / 36 mm (Mundstück / Ortband)
Scheidendicke 17 / 11 mm (Mundstück / Ortband)
Befestigung Halteringe 6,3 / 23,0 cm (Abstand vom Mundstück)
Halte-Pin 9,0 cm (Abstand vom Mundstück)
Scheidenringe 28 / 3 mm (Außendurchmesser / Dicke Ring)
Gewicht ca. 530 g
Stempelungen
Klingenrücken (an Basis) OSBORN („OS“ leicht angeschliffen)
Henry Osborn, Schwertschmied des Königs, Meister seit 1784. Maßgeblich mit John Gaspard Le Merchant, einem britischen Kavallerieoffizier, beteiligt am Design des Kavalleriesäbels 1796 (später in Preußen als M 1811 weiterentwickelt)
Scheide (quartseitig) DEAKIN PATENT (auf dem Mundstück unten, zweireihig)
James Woolley und Thomas Deakin, Schwertschmiede aus Birmingham, 18. Jahrhundert (Deakin Juniorpartner ab 1790 von Wooley).
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1) Die feine Oberflächenzeichnung der Klinge (Wurmbunt) lässt m. E. darauf schließen, dass die Herstellung des Schmiedeeisens mittels des Rennofenverfahrens erfolgte. Das gewonnene Eisen ist stets fest und wird durch intensives Ausschmieden in brauchbaren Stahl umgeformt. Stichwort: Wurmbunt. Siehe „Volker Hollmann – Eine Darstellung historischer Stähle“.
2) Das „Leder“ ist offensichtlich in früherer Zeit überlackiert/-lasiert worden. Lässt sich durch einfache Betrachtung nicht genau feststellen.
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Für ernsthafte Interessenten: Eine PDF Beschreibung mit hochauflösenden Fotos kann angefordert werden.
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