Kaliber ca. 7 mm achtzügiger, sechskantiger Lauf
Gesamtlänge ca. 123,5 cm
Lauflänge ca. 85,5 cm
Schaft aus Nussbaum mit Backe und Messingbeschlägen.
Originaler Ladestock vorhanden, sowie die Luftpumpe.
Gravuren:
– beidseitig auf dem Schlossgegenblech „FWR“ unter Krone
– beide Windglocken graviert mit „3“
– Inventargravur „Sanss Nr. 3“ (siehe Bilder)
Zubehör:
Originale Pumpe aus Eisen mit Messingmontierungen und Nussbaumgriffen (funktionsfähig, Lederflansch erneuerungsbedürftig).
Büchsenmacher-Nachweis:
Die Signatur „S. Leib Berlin“ verweist auf Christoph Samuel Leib (1728–ca. 1787), Berliner Hofbüchsenmacher. Dieser ist im Standardwerk „Der Neue Stöckel – Verzeichnis der Büchsenmacher“ als in Berlin tätig verzeichnet.
Historische Einordnung:
Nach Einschätzung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Potsdam handelt es sich bei der vorliegenden Windbüchse um ein für das preußische Königshaus gefertigtes Stück, das sehr wahrscheinlich für König Friedrich Wilhelm I. angefertigt wurde. In einer schriftlichen Stellungnahme aus dem Jahr 2013 wird ausgeführt, dass die Waffe vermutlich zum Bestand der Gewehrkammern von Schloss Sanssouci oder des Neuen Palais gehörte.
Die Stiftung weist darauf hin, dass sich bereits ein typologisch vergleichbares Stück im eigenen Bestand befindet, was die Einordnung in den höfisch-preußischen Kontext zusätzlich stützt. Zur weiteren Absicherung der Provenienz wurden interne Recherchen angeregt, wenngleich eine Erwerbung durch die Stiftung selbst zum damaligen Zeitpunkt nicht in Betracht kam.
Die an der Waffe vorhandenen Gravuren – insbesondere das Monogramm „FRW“ unter der Krone –, der nachweisbare Berliner Hofbüchsenmacher Samuel Leib sowie die dokumentierten Gutachten und Stellungnahmen mehrerer unabhängiger Sachverständiger sprechen übereinstimmend für eine Entstehung im Zeitraum zwischen etwa 1740 und 1787 und für eine eindeutige Zuordnung zum preußischen Königshaus.
Auch externe Fachstellen, darunter u.a. die Landshuter Waffenkammer, bewerteten das Stück als historisch „sehr interessant“.
Begutachtungen und Stellungnahmen:
– Graveur-Studio „Sauerwald-Gravuren“, Einbeck (zeitgenössische Gravuren bestätigt)
– Jan K. Kube, Kunsthandel München
– Dr. Johannes Willers, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
– Landshuter Waffenkammer (fachliche Einordnung; Stück als historisch „sehr interessant“ bewertet)
– Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Potsdam (schriftliche Stellungnahme vom 19.07.2013 vorhanden)
Provenienz:
Die Windbüchse befand sich seit den 1970er-/1980er-Jahren im Besitz meines damaligen Schwiegervaters und ging im Jahr 2004 in meinen Besitz über. Damit ist ihre Privatbesitz-Historie seit mehreren Jahrzehnten lückenlos dokumentiert und nachvollziehbar. Hinweise auf einen Eigentümerwechsel durch Verkauf oder Leihgabe liegen nicht vor.
Nach Auskunft der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Potsdam wurde geprüft, ob es sich bei der Waffe um ein Objekt handeln könnte, das in früheren Zeitperioden – etwa im Zusammenhang mit Kriegsereignissen, Plünderungen oder unrechtmäßigen Entnahmen – aus öffentlichem Besitz entwendet worden sein könnte. Dies wurde ausdrücklich verneint. Eine solche Waffe hätte die Waffenkammer nach Einschätzung der Fachstellen niemals unrechtmäßig verlassen, um später in Privatbesitz zu gelangen.
Vielmehr wurde darauf hingewiesen, dass die Weitergabe der Windbüchse sehr wahrscheinlich auf Veranlassung des preußischen Königshauses selbst erfolgt sein muss. Daraus lässt sich schließen, dass die Person, der diese Waffe ursprünglich überlassen wurde, in besonderem Vertrauen des Königshauses stand, da weder ein Verkauf noch eine reguläre Leihgabe vorgesehen gewesen wäre.
Auch in den politisch und historisch unruhigen Zeitabschnitten der 1930er- und 1940er-Jahre – einschließlich der Kriegsjahre sowie der späteren Übernahme Potsdams durch die sowjetische Besatzungsmacht und der Zugehörigkeit zur DDR – liegen keinerlei Hinweise auf eine Entwendung oder unrechtmäßige Verlagerung des Objekts vor.
Seitens der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Potsdam wurde zudem der Wunsch geäußert, dass die Windbüchse perspektivisch wieder einer musealen Einrichtung zugeführt wird.
Zustand:
Sehr gut erhaltener Originalzustand dem Alter entsprechend. Mechanismus nicht geprüft – aus Respekt vor dem historischen Stück. Keine Funktionsgarantie.
Wichtiger Hinweis / Haftungsausschluss:
Es handelt sich um einen Privatverkauf aus meiner Sammlung. Ich übernehme keinerlei Garantie für die historische Einordnung oder die Herkunft; alle Angaben beruhen auf nach bestem Wissen zusammengetragenen Informationen und den genannten Stellungnahmen. Der Verkauf erfolgt als Dekorations- bzw. Sammlerobjekt unter Ausschluss jeglicher Sachmängelhaftung.
Versand & Übergabe:
Mehr Bilder gerne auf Anfrage. Die Waffe wird sorgfältig verpackt und versichert verschickt.Ggfls. auch Abholung möglich, muss aber besprochen werden. Kein internationaler Versand, nur innerhalb Deutschlands.
Kurzer Erläuterung zum Preis des Transports:
Der Versand erfolgt ausschließlich versichert und sorgfältig verpackt. Die Kosten werden nach tatsächlichem Aufwand berechnet und vorab mit Ihnen abgestimmt. So stelle ich sicher, dass der Transport dieses Einzelstücks zuverlässig und sicher erfolgt.
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